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„Ich habe das Gefühl, ich gehöre hierher“: Neuer Job, zu Hause mit den Kindern

05:00
Wenn man einen neuen Job annimmt, wirft das eine Menge Fragen auf. Für Catherine, Content Specialist in Berlin, war eine dieser Fragen, ob ein Einstieg bei Kühne+Nagel in einer Home-Office-Umgebung mit kleinen Kindern eine gute Lösung sein würde.

Im Sommer 2021 wachte Catherine gegen 5:46 Uhr auf.

Die Uhrzeit ist nicht weiter erwähnenswert, aber das Datum war es. Es war ihr erster Arbeitstag in der Logistik.

Sie öffnete ihr rechtes Auge und schloss es gleich wieder. Dann griffen zwei kleine Patschehändchen ihr Augenlid, um ihr Auge wieder zu öffnen – mit Erfolg.

„Mama?“

Es war lange her, seit sich Catherine zwei, manchmal sogar drei Wecker auf ihrem Mobiltelefon stellte, um sicherzugehen, dass sie vor 6:00 Uhr aufwachen würde. Heute wachte sie auf, weil jemand an einem ihrer Augenlider zog. Ihr Mobiltelefon lag jetzt irgendwo still in der Morgendämmerung.

„Mama?“, wiederholte der erste Wecker.

„Mama, können wir nach unten gehen?“, fragte der zweite.

Mit ihrem einjährigen Kind auf der Hüfte und ihrem dreijährigen Kind an der Hand machte sich Catherine auf den Weg, um sich auf ihren ersten Tag bei Kühne+Nagel vorzubereiten.

Aus Liebe und für eine neue Karriere

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Lange bevor es diesen Wecker gab, der per Hand ihre Augen öffnete, lebte Catherine in einer Gegend, wo sie auf Heuhaufen spielte, mit 15 Jahren Auto auf Landstraßen fuhr und an den Skiliften in Idaho, USA arbeitete - einem Staat, der für seine Kartoffeln und seine Liebe zu den Bergen bekannt ist.

Aber am Morgen ihres ersten Tages in der Logistik war sie in Berlin. Eine Stadt, die als sexy gilt und für ihre Mauer bekannt ist.

„Ich bin der Liebe wegen und für meinen Masterabschluss nach Berlin gezogen. Mein Ehemann und ich wollten dieses neue Kapitel gemeinsam in Berlin beginnen – was zwar nicht mit Idaho zu vergleichen ist, aber für mich definitiv ein Zuhause darstellt. Meine beiden Kinder wurden hier geboren und es ist der Ort, an dem ich als Erwachsene am längsten gelebt habe“, sagt Catherine mit einem Lächeln.

Bevor sie zu Kühne+Nagel kam, arbeitete Catherine an zeitlich begrenzten Projekten als Content Creator und Strategin. Das hat schon vor den Kindern und auch nach der Geburt ihres ersten Kindes gut funktioniert. Aber als sie erfuhr, dass sie mit ihrem zweiten Kind schwanger war, fühlte sich diese Lebensweise nicht mehr richtig an.

Das war Ende 2019, kurz bevor sich Menschen auf der ganzen Welt mit denselben Gedanken beschäftigen würden wie Catherine, um ihre Lebensweisen neu zu bewerten.

Erste Eindrücke von einer Karriere in der Logistik

„Ehrlich gesagt, hatte ich noch nie von diesem Unternehmen gehört“, räumte sie ein. „Aber ich dachte, okay, Logistik – das ist ein Sektor, der wirklich wichtig ist. Und zudem ist es ein großes globales Unternehmen. Umso besser.“

Das Jahr 2020 verging wie im Fluge und zog sich in dem nebligen Dunst dahin, den wir alle irgendwie als das erste Jahr der Pandemie in Erinnerung haben. Catherine bekam ihr zweites Kind und beschloss, im Jahr 2021 wieder Vollzeit zu arbeiten.

„Ich wusste nicht genau, was ich eigentlich suchte. Ich wusste, dass ich schreiben wollte, und ich wollte in einer Branche arbeiten, die wichtig war. Ich habe mir zunächst viele Start-ups im Gesundheitswesen angesehen“, erinnert sie sich.

Unter den Stellenanzeigen für Content Creators bei Berliner Start-ups stach ein Unternehmen hervor, das alles andere als ein Start-up ist: Kühne+Nagel.

„Ehrlich gesagt, hatte ich noch nie von diesem Unternehmen gehört“, räumte sie ein. „Aber ich dachte, okay, Logistik – das ist ein Sektor, der wirklich wichtig ist. Und zudem ist es ein großes globales Unternehmen. Umso besser.“

Sie bewarb sich, und sie erinnert sich lächelnd an die ersten Telefonate mit ihrem Personalreferenten: „Er war wirklich sympathisch. Ich hatte sofort das Gefühl, mit einem Menschen zu sprechen, dem gegenüber ich ehrlich sein konnte, so sehr, dass ich ihm die Wahrheit sagte, warum ich nicht sofort ans Telefon gegangen war, als er angerufen hatte: Ich hatte gerade meine Kinder ins Bett gebracht oder war mit ihnen auf dem Spielplatz gewesen.“

Es hatte sie gefreut, dass er bei seiner Antwort keine Augenbraue hochgezogen hat. Die Erwähnung ihrer Kinder während des Vorstellungsgesprächs fühlte sich genauso normal an wie das Gespräch über ihre früheren beruflichen Erfahrungen. Dies war für sie der erste Hinweis darauf, dass diese Stelle tatsächlich eine gute Kombination aus Karriere und Familienleben bieten könnte.

Die Familie kennenlernen

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Und wie Sie sich sicherlich denken können, hat sie die Stelle bekommen.

Für Catherines Onboarding war ein persönliches Treffen an ihrem ersten Tag vorgesehen. Der Rest würde online stattfinden.

Ihr Home-Office war einsatzbereit. Sie hat eine zweistöckige Wohnung und ein separates Arbeitszimmer, in dem sie die Tür schließen kann. Aber wenn ihre Kinder zu Hause sind, wissen sie immer, wo sie zu finden ist.

„Es gab Momente, in denen ich in einer Videokonferenz mit meinem Team saß, einschließlich meines Managers, oder meine ersten Ergebnisse für die große Kampagne präsentierte, an der ich gerade arbeitete, als meine Kinder durch die Tür stürmten und mit mir spielen oder auf meinem Schoß sitzen wollten.“

Und obwohl das nicht allzu häufig geschah, so gehört es doch zur Arbeit von zu Hause aus dazu, dass Kinder, Katzen oder eine Türklingel manchmal für Unterbrechungen bei Videocalls sorgen. In den Momenten, in denen ihre Kinder ihren Arbeitsplatz betraten, nahmen ihre Kolleg:innen dies gelassen hin – manche setzten zur Begrüßung einen Hasenfilter auf oder nutzten die Gelegenheit, um über ihr Privatleben zu sprechen.

Die ersten Monate und ein Gefühl der Zugehörigkeit

„Ich sehe dies als eine Karriere und nicht nur als einen Job. Genau das habe ich in einer neuen Arbeitsumgebung gesucht.“

Nach ein paar Monaten plante ihr Vorgesetzter eine Reise nach Berlin, um sich mit dem Team zu treffen. Es war das erste Mal, dass sie ihn persönlich traf. Als sie gemeinsam zum Mittagessen gingen, begannen sie alle über ihre Familien zu sprechen.

Einer ihrer Kolleg:innen wurde gerade Vater und er fragte sich laut, wie die ersten Monate wohl sein würden. Catherine erzählte von ihren Erfahrungen, und ihr Vorgesetzter fügte hinzu, wie er und seine Frau Kinder und Arbeit unter einen Hut gebracht hatten, als ihre Kinder noch klein waren.

„Es war ein schöner Moment“, sagt Catherine. „Wenn ich zurückblicke, war es wahrscheinlich dieses Gespräch, das mir das Gefühl gab, dass mein ganzes Ich – mein ‚Karriere-Ich‘ und mein ‚Familien-Ich‘ – sich hier zu Hause fühlen könnte.“

Diese Botschaft wurde in den kommenden Monaten auf unterschiedliche Weise von verschiedenen Kolleg:innen bestärkt: Vertrauen.

Das Vertrauen, dass, wenn Menschen gebeten werden, von zu Hause aus zu arbeiten, und sie kleine Kinder haben, ihr Engagement nicht in Frage gestellt wird – auch wenn diese Kinder nicht bis 17 Uhr warten, um Hallo zu sagen. „Ich fühle mich hier gut aufgehoben. Man vertraut mir hier, dass ich eine Expertin auf meinem Gebiet bin und weiß, wie ich meine Arbeit zu erledigen habe. Diese Flexibilität ist darauf zurückzuführen, dass die Mitarbeiter:innen bei Kühne+Nagel ein hohes Maß an Eigenverantwortung für ihre Arbeit übernehmen. Es ist eine wirklich positive Kultur für Leute mit einer jungen Familie.“

Der Sommer 2022 steht vor der Tür, und Catherine nähert sich ihrem einjährigen Jubiläum bei Kühne+Nagel. Sie räumt ein, dass es immer noch eine Herausforderung ist, Arbeit und Familienleben unter einen Hut zu bringen, aber die Entscheidung, hier zu sein, fühlt sich richtig an.

„Ich sehe dies als eine Karriere und nicht nur als einen Job. Genau das habe ich in eine neuen Arbeitsumgebung gesucht. Außerdem mag ich meine Arbeit hier sehr. Ich darf Geschichten über Menschen in der Logistik schreiben. Ich spreche regelmäßig mit Kolleg:innen in Asien, Süd- und Nordamerika und in ganz Europa. Das ist eine wirklich ambitionierte Truppe!“

Eine ambitionierte Truppe, das kann man wohl sagen. Manche Mitarbeiter:innen beginnen ihren Tag damit, dass ihnen die Augenlider auseinandergezogen werden.

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Catherine ist Texterin. Sie hat Texte über die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung in der Frischelogistik geschrieben, Karrieregeschichten über Key Account Manager verfasst und während ihrer fast einjährigen Beschäftigung bei Kühne+Nagel viele Texte mit Gedankenstrichen (–) versehen.